Wird bei der Feuerwehr auch das Essen kalt?

Beratung Gemeinschaftsgastronomie, Kantinen-Werkstatt, Berliner Feuerwehr

Die Berliner Feuerwehr startet in die Kantinen-Werkstatt. Ein Gespräch mit Gesundheitskoordinatorin Judith Richter-Mass über Frühstücksbrötchen, Schichtdienst und gute Ideen für die Wachküche.

Auf den Berliner Feuerwachen kochen die Teams für sich selbst. Gearbeitet wird im Zwei-Schicht-System, mit einer Tag- und einer Nachttour, knapp 20 Leute pro Tour. Gekocht und eingekauft wird in der Pause, zwischen Einsatz und Einsatz. Das unterscheidet sich stark von der üblichen Kantinen-Werkstatt, in der feste Küchenteams für große Gästezahlen produzieren. Die Küchentrainerinnen und Küchentrainer von Kantine Zukunft scheuen die Herausforderung aber nicht.

Auch die Voraussetzungen sind von Wache zu Wache verschieden. Auf manchen stehen gelernte Köchinnen und Köche am Herd, auf anderen motivierte Laien. Vieles läuft eingespielt und routiniert, Lieblingsgerichte sind oft fleischlastig, zuckrige Snacks gehören zum Alltag. Gleichzeitig ist ein Generationenwechsel im Gang, viele junge Leute sind in Ausbildung. Gute Anknüpfungspunkte für neue Ideen.

Die Berliner Feuerwehr gehört damit zu den neuen Einrichtungen im Beratungsprogramm von Kantine Zukunft. Die Küchentrainer*innen besuchen künftig die Wachen, kochen mit den Teams und bringen neue Impulse in den Schichtalltag. Zum Auftakt gibt Gesundheitskoordinatorin Judith von der Berliner Feuerwehr Einblick, wie heute auf den Wachen gegessen wird und was sie sich von der Zusammenarbeit erhoffen.

Wie kam es dazu, dass es jetzt um das Essen in den Berliner Feuerwachen gehen soll?

Als Gesundheitskoordinatorinnen behalten wir Themen im Blick, die die Gesundheit der Mitarbeitenden stark beeinflussen. Ernährung gehört klar dazu. Wir wollten besser verstehen, welche Rolle Essen und gemeinsame Mahlzeiten im Alltag der Wachen spielen und wie sich gesunde Ernährung dort unterstützen lässt.

Wie wird aktuell in den Wachen gekocht? Wie funktioniert Verpflegung bei der Berliner Feuerwehr?

Wenn das Einsatzgeschehen es zulässt, wird auf den Wachen meist gemeinsam gegessen. Zum Frühstück stehen oft belegte Brötchen auf dem Tisch, Klassiker wie Thunfisch- oder Eiersalat sind nach wie vor beliebt. Das Mittagessen wird in der Regel frisch zubereitet, die Einkäufe organisieren die Wachabteilungen selbst. Abends kommen dann häufig Gerichte auf den Tisch, die sich schnell und mit wenig Aufwand zubereiten lassen.

Wie startet ihr in die Zusammenarbeit mit Kantine Zukunft? Was sind die nächsten Schritte?

Los geht es mit einem gemeinsamen Kick-off, an dem alle Pilotwachen teilnehmen. Danach besuchen die Küchentrainerinnen und Küchentrainer von Kantine Zukunft die Wachen und kochen gemeinsam mit den Teams vor Ort. So landen erste Ideen direkt in der Praxis. Langfristig sind außerdem Workshops in der Trainingsküche geplant. Dort lassen sich neue Impulse ausprobieren, Erfahrungen austauschen und Ansätze für den Wachalltag entwickeln.

Schichtdienst, Einsätze zu jeder Uhrzeit, Teams mit ordentlich Appetit. Was muss gutes Essen bei der Feuerwehr können?

Gutes Essen bei der Feuerwehr muss vor allem alltagstauglich sein. Es sollte sich schnell zubereiten lassen, auch wenn kurzfristig ein Einsatz dazwischenkommt. Gleichzeitig muss es satt machen und genug Energie für den körperlich anspruchsvollen Dienst liefern. Zu schwer darf es aber nicht sein, sonst bleibt man danach nicht konzentriert und leistungsfähig. Kurz gesagt: satt machen, Energie liefern und gut in den Wachalltag passen.

Wenn wir in einem Jahr noch mal sprechen, was hätte sich idealerweise verändert?

Idealerweise gehören in einem Jahr neben den bewährten Klassikern auch neue Rezeptideen ganz selbstverständlich zum Wachalltag. Gerichte, die schmecken, praktisch umzusetzen sind und gesunde Ernährung im Schichtdienst unterstützen. So wird der Speiseplan vielfältiger und die gemeinsame Essenskultur auf den Wachen gewinnt weitere gute Ideen dazu.

Worauf freut ihr euch bei der Zusammenarbeit am meisten? Was wünscht ihr euch von den Küchentrainerinnen und Küchentrainern?

Wir freuen uns vor allem auf die Expertise der Küchentrainerinnen und Küchentrainer. Die Zusammenarbeit ist eine Chance, neue Ideen kennenzulernen und zugleich die besonderen Anforderungen des Wachalltags im Blick zu behalten. Unser Ziel ist, den Kolleginnen und Kollegen den oft fordernden Dienst ein Stück leichter zu machen. Von den Trainerinnen und Trainern wünschen wir uns, dass sie die bestehende Essenskultur der Feuerwehr aufgreifen und gemeinsam mit den Teams weiterentwickeln. Besonders wichtig sind uns alltagstaugliche Tipps und praktische Lösungen, die sich unkompliziert umsetzen lassen und das Planen und Zubereiten erleichtern.

Was sind die Lieblingsgerichte aus den Wachküchen?

Traditionelle Klassiker und herzhafte Hausmannskost stehen weiter hoch im Kurs. Gleichzeitig finden vegetarische und vegane Gerichte zunehmend ihren Platz in den Wachküchen. Auch beim Frühstück zeigt sich ein Wandel: Neben den belegten Brötchen greifen manche inzwischen zu Porridge oder Müsli. Was besonders beliebt ist, hängt von Wache zu Wache ab und richtet sich nach den Vorlieben der Teams.

Mit dem Kick-off beginnt für die Pilotwachen die gemeinsame Arbeit in der Küche. Was dabei entsteht, zeigt sich in den kommenden Monaten direkt auf dem Teller. Die bewährten Klassiker bleiben, neue Rezepte kommen dazu.

 

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