200 Küchen verändern Berlin – für gutes Essen. Für alle. Jeden Tag.
Vom Kita-Kind bis zur Krankenpflegerin, von der Ministerin bis zum Müllwerker:
Öffentliche Verpflegung prägt den Essalltag vieler Berlinerinnen und Berliner. Gekocht wird in Kitas, Krankenhäusern, Ministerien und landeseigenen Betrieben – kurzum in den Küchen, für die die Kantine Zukunft Unterstützung bietet. Und viele davon nehme diese mit ihrer Teilnahme an der Kantinen-Werkstatt dankend an. Gemeinsam bereiten sie jährlich rund 11,8 Millionen Mahlzeiten zu. Das sind 47.000 Teller pro Tag, die positiv beeinflusst werden. Die beteiligten Küchenteams zeigen dabei, wie gute öffentliche Verpflegung gelingen kann: handwerklich, nachhaltig und lecker.
Mit der Kita St. Judas Thaddäus hat im Januar eine Einrichtung ihre Teilnahme an der Kantinen-Werkstatt abgeschlossen, die zugleich die 200. gestartete Küche im Programm ist. Ein Moment, den wir bewusst gemeinsam vor Ort gewürdigt haben – mit Verbraucherschutzsenatorin Dr. Felor Badenberg, der Köchin, Vertreterinnen vom Träger HEDI, Trainer Robert und unseren Projektleiter*innen Dinah Hoffmann und Dr. Philipp Stierand.
Dieser Abschluss steht für mehr als eine erfolgreich beendete Beratung. Er steht für Mut, für den Willen, Dinge anders zu machen, für den Anspruch, sich weiterzuentwickeln – und für die Entscheidung, sich für eine große Aufgabe die richtige Unterstützung ins Haus zu holen ;).
“Wenn Berlin so eine Beratung schon anbietet, dann nehmen wir das doch gerne an!” (Lena Przibylla, Geschäftsführerin von Hedi Kitas im Erzbistum Berlin )
„Das geht, das schmeckt – und die Kinder profitieren davon.“
Die Kita St. Judas Thaddäus zeigt, wie Veränderung konkret beginnt: mit einer Köchin, die eine Idee hat, die Kolleg*innen überzeugt, die Leitung und den Träger ins Boot holt und auf deren Unterstützung zählen kann. Wo früher doch öfter mal auf Convenience-Food und Tiefkühlprodukte zurückgegriffen wurde, herrscht jetzt ein neues Selbstbewusstsein in der Küche. Mit dem Kostenrechner bleiben Ausgaben und Bio-Anteil immer im Blick. Brot und Backwaren werden selbstgebacken, beim Einkauf wird verstärkt auf die Saison geachtet und der Speiseplan effizienter geplant.
Die Ergebnisse lassen sich sehen: Die Kita hat während der Zusammenarbeit ihren Bio-Anteil auf 84% gesteigert und damit fast vervierfacht, den Anteil hochverarbeiteter Produkte halbiert und ist einen großen Schritt in Richtung Frische und pflanzlich gegangen – ohne Mehrkosten, dafür mit viel Engagement.
„Ich hatte anfangs Respekt vor der Umstellung. Aber die Zusammenarbeit mit dem Küchentrainer war von Anfang an auf Augenhöhe. Mit jedem neuen Gericht wurde klarer: Das geht, das schmeckt – und die Kinder profitieren davon.“ (Janine Lohr, Köchin der Kita St. Judas Thaddäus)
Der Abschluss wurde deshalb nicht mit Reden begangen, sondern mit dem, worum es geht: gemeinsames Essen, Austausch, Einblicke in den Küchenalltag. Auf dem Teller: Selleriebraten mit vegetarischer Bratensauce und Kartoffelpüree – ein Gericht, das exemplarisch zeigt, wie handwerkliche, pflanzenbetonte Küche im Alltag funktioniert.
„Janine hat innerhalb kürzester Zeit richtig viel vorangebracht und dabei brauchte ich nicht viel mehr machen, als ihr Möglichkeiten aufzuzeigen und die ein oder andere Anregung zu geben. So hat sie sich schnell getraut, Neues auszuprobieren.“ (Robert Geßner, Küchentrainer Kantine Zukunft)
1.600 Kinder & 380.000 Mahlzeiten
Besonders deutlich wurde an diesem Tag, dass Veränderung nicht an der eigenen Küchentür endet. Janine Lohr hat ihre Erfahrungen aus der Kantinen-Werkstatt aktiv weitergegeben – im Austausch mit Kolleg*innen, mit Rückhalt aus Leitung, Träger und Nachhaltigkeitsmanagement.
Geplant ist, dass in den kommenden Monaten bis zu 25 weitere selbstkochende Kitas des Trägers die Kantinen-Werkstatt durchlaufen. Damit könnten perspektivisch über 1.600 Kinder erreicht und rund 380.000 Mahlzeiten pro Jahr qualitativ weiterentwickelt werden.
Unterstützung, die wirkt – und gebraucht wird
Mit dem Abschluss der 200. gestarteten Einrichtung wird sichtbar, was die Kantinen-Werkstatt leistet. Dass die Unterstützung gewollt und gebraucht wird, zeigt auch der Blick nach vorn. Über 50 weitere Einrichtungen stehen aktuell auf der Warteliste oder in der Pipeline, die Küchentrainer*innen sind hoch ausgelastet. Das ist ein klares Signal: Der Weg, den wir gemeinsam gehen, ist richtig und er stößt auf Nachfrage.
„Mein Dank gilt allen, die diesen Weg mit uns gehen und den heutigen Erfolg möglich machen und feiern: den Küchenteams und Leitungen unserer zahlreichen Partner-Einrichtungen, unserem tollen Team und der Senatsverwaltung.“ (Dinah Hoffmann, Projektleiterin Kantine Zukunft)
Ein Meilenstein – und eine Einladung
Der heutige Meilenstein ist kein Endpunkt. Mit der Kantinen-Werkstatt haben wir bis Ende 2028 eine verlässliche Grundlage, um gemeinsam weiter zu verändern, Qualität zu steigern und gute Praxis zu teilen. Zugleich ist dieser Moment eine leise Einladung, rechtzeitig darüber zu sprechen, wie diese Entwicklung auch darüber hinaus in guter Partnerschaft fortgeführt werden kann.
Damit noch mehr Menschen in den Kantinen und Speiseräumen dieser Stadt einfach, ehrlich und lecker satt werden.
Für gutes Essen. Für alle. Jeden Tag.