Grüne Woche: Mehr als Messestände
Kantine Zukunft auf der Grünen Woche
Zwei Tage Grüne Woche, viele Gespräche, volle Bühne und jede Menge Interesse an der Frage, wie gute Gemeinschaftsgastronomie im Alltag gelingt. Neben Messeständen und Bühnenformaten ist die Grüne Woche vor allem auch ein politischer Begegnungsraum: Viele der prägenden Gespräche finden zwischen Fachforen, Empfängen und Hintergrundtreffen statt – und genau dort wird Ernährungspolitik konkret verhandelt.
Mit Kantine Zukunft waren wir im Januar auf der rbb-Bühne, am Stand der Berliner Ernährungsstrategie und im Austausch mit Küchen, Trägern, Verwaltung und Politik präsent. Im Mittelpunkt stand dabei nicht ein Konzept auf dem Papier, sondern die praktische Umsetzung in Berliner Küchen und die Frage, wie politische Rahmenbedingungen diese Transformation unterstützen können.
Bühne frei für Praxis
Auf der rbb-Bühne ging es zunächst gemeinsam mit Verbraucherschutzsenatorin Dr. Felor Badenberg um die Rolle der Gemeinschaftsgastronomie in der Berliner Ernährungspolitik. Im Gespräch wurde deutlich, welche Bedeutung Kantinen für eine sozial gerechte und nachhaltige Ernährungswende haben. Die Senatorin äußerte sich als Fan des Projekts und würdigte die Arbeit von Kantine Zukunft ausdrücklich.
Am zweiten Tag folgte das Gespräch mit Lena Przibylla, Geschäftsführerin von Hedi-Kitas, moderiert von Projektleiterin Dinah Hoffmann. Im Fokus standen konkrete Einblicke in die Zusammenarbeit von Trägern und Küchenteams sowie der Meilenstein der 200. Küche, die Teil der Kantinen-Werkstatt ist, die das Beratungsprogramm erfolgreich abgeschlossen hat.
Begleitet wurden beide Gespräche von live gekochtem Essen unseres Küchentrainers Robert: Mungbohnen-Kebab und Kürbiszwiebelkuchen. Die große Nachfrage zeigte, wie wirkungsvoll es ist, Ernährungspolitik mit konkreter Praxis zu verbinden – das Essen fand so großen Anklang, dass viele Besucher*innen direkt am Tresen das Gespräch suchten.
Austausch auf und neben der Messe
Auch abseits der Bühne wurde viel diskutiert und vernetzt. Besonders zum 100-jährigen Jubiläum der Grünen Woche boten zahlreiche Empfänge und Veranstaltungen Raum für vertiefte Gespräche mit neuen und langjährigen Wegbegleiter*innen – unter anderem beim agrarpolitischen Forum „Wertschöpfung stärken. Zukunft sichern“ der SPD-Bundestagsfraktion, beim Bio-Empfang des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), beim Brandenburg-Empfang sowie beim Berliner Abend, dem gemeinsamen Empfang des Regierenden Bürgermeisters und der Messe Berlin.
Unsere Projektleitungen Dinah Hoffmann und Philipp Stierand waren dabei im intensiven Austausch mit politischen Akteur*innen, Netzwerken und Partnern. In vielen Gesprächen ging es um konkrete Erfahrungen aus der Praxis, politische Rahmenbedingungen für die Gemeinschaftsgastronomie und die Frage, wie erfolgreiche Ansätze aus Berlin weitergetragen werden können.
Gerade der Berliner Abend setzte ein starkes Zeichen: In der Eröffnungsansprache wurde Kantine Zukunft als Leuchtturm-Projekt für die Transformation der Gemeinschaftsgastronomie hervorgehoben. Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Berliner Küchen und der Abschluss der 200. Küche wurden ausdrücklich gewürdigt – verbunden mit Applaus aus dem gesamten Raum.
Ein weiteres politisches Signal setzte der Rundgang über die Messe, bei dem das Kantine-Zukunft-Kochbuch an den neuen Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft überreicht wurde. Auch der Regierende Bürgermeister Kai Wegner und die ehemalige Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey kamen mit dem Team ins Gespräch und nahmen sich Zeit für den Austausch.
Wirkung über Berlin hinaus
Dass die Arbeit von Kantine Zukunft zunehmend auch international wahrgenommen wird, zeigte sich ebenfalls während der Grünen Woche: So informierten sich unter anderem schottische Regierungsvertreter*innen in der Trainingsküche über Ansätze zur nachhaltigen Entwicklung von Kantinen.
Trotz Trubel wertvolle Räume für intensive Gespräche, politischen Rückenwind und die gemeinsame Arbeit an der Frage, wie wir den Weg in die Zukunft von Ernährung und Landwirtschaft gestalten wollen.