Gemeinsam mehr bewegen
Wenn mehrere Einrichtungen eines Trägers an unserem Beratungsprogramm Kantinen-Werkstatt teilnehmen, entstehen oft übergreifende Gespräche über Standards, Abläufe und Haltung. Köch*innen stecken ihre Kolleg*innen mit ihrer Begeisterung an, Küchen tauschen sich aus, Leitungen schaffen Rückhalt. Themen wie Speiseplanung, Rezepturen oder Einkauf werden nicht nur in einer Küche, sondern trägerweit mitgedacht.
Wie unterschiedlich das aussehen kann – und was es im Küchenalltag verändert – zeigen drei Kita-Träger: Kinder im Kiez gGmbH, JAO Berlin und Hedi Kitas.
Kinder im Kiez gGmbH
Für Kinder im Kiez waren unsere Küchentrainer Amir und Karsten über mehrere Monate in 12 sehr unterschiedlichen Küchen unterwegs. Was am Anfang oft Skepsis war, wurde Schritt für Schritt Neugier und dann Stolz.
Bio-Anteile stiegen teils bis auf 100 % im Auswertungszeitraum, Fertigprodukte verschwanden fast vollständig, Speisepläne wurden trägerübergreifend und modular gedacht.
Und vor allem: Köch*innen merkten, dass frisches, handwerkliches Kochen nicht komplizierter, sondern oft sogar einfacher ist. Ein Satz fiel immer wieder: „Ach, das geht ja wirklich schnell.“
Besonders stark war die Entwicklung auf Trägerebene: mehr Austausch zwischen den Küchen, mehr Klarheit bei Standards und der klare Wunsch, weitere Einrichtungen in die Kantinen-Werkstatt zu holen.
JAO Berlin
Bei JAO sind sieben Kitas Anfang 2025 in die Kantinen-Werkstatt gestartet – begleitet von Küchentrainer Josef.
Die Zahlen sprechen für sich: über 80 % Bio-Anteil im Schnitt, teilweise nur noch 1 % Convenience-Produkte.
In gemeinsamen Koch-Workshops wurde gekocht, diskutiert, ausprobiert und voneinander gelernt. Es entwickelten sich Austauschformate, die bleiben sollen.
Für die Abschlüsse kamen Küchenteams, Kitaleitungen und Geschäftsführung in unserer Trainingsküche zusammen, um die Ergebnisse zu würdigen.
Hedi Kitas
Hedi-Kitas, der Kitaträger des Erzbistums Berlin, zeigte besonders deutlich, wie Clusterarbeit funktionieren kann: Gestartet ist der Träger mit fünf Pilotkitas, um gemeinsam herauszufinden: Was braucht es, um individuell und gleichzeitig skalierbar nachhaltige Veränderungen zu erwirken?
In den Küchen wurde zusammen mit Küchentrainer Robert intensiv an Rezepturen, Einkaufsstrukturen, Speiseplänen und Abläufen gearbeitet. Die Köch*innen gewannen Sicherheit, Planung wurde zum Werkzeug, Handwerk wieder selbstverständlich. Die Ergebnisse waren überzeugend genug, um den nächsten Schritt zu gehen. Inzwischen ist klar: Bis zu 25 weitere Kitas sollen nachziehen.
Mit der Hedi-Kita St. Judas Thaddäus hat übrigens eine Einrichtung ihre Teilnahme an der Kantinen-Werkstatt abgeschlossen, die zugleich die 200. gestartete Küche im Programm ist. Wie wir das gefeiert haben, lesen Sie hier.
Insgesamt profitieren mittlerweile über 3000 Kinder in den Einrichtungen von frischerem, handwerklichem Essen.
Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit weiteren Küchen aus den Trägern und mit vielen weiteren, darunter Kinder in Bewegung, Nestwärme e. V., AWO, Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH und anderen.
Sie arbeiten in einer Kita, Küche oder für einen Träger und denken über Veränderung nach?
Hier können Sie sich für die Kantinen-Werkstatt anmelden.